Volltextsuche



Flassbeck-Economics

Zu Flassbeck-Economics

Eine Anmerkung in eigener Sache

Ich bin Ende des vergangenen Jahres nach Erreichen des obligatorischen Rentenalters von 62 bei der UNCTAD ausgeschieden. Um dem kritischen ökonomischen Denken eine neue Platt­form zu geben, habe ich Flassbeck-Economics

gegründet, eine Institution zur Erwei­te­rung der wissenschaftlichen Basis der Volkswirtschaftslehre. Spätestens am 1. April wird Flassbeck-Economics mehrfach pro Woche mit eigenen Analysen auf einer eigenen home­page an den Start gehen. Diese Plattform für kritisches Denken sieht sich als Ergänzung und Erweiterung der Nachdenkseiten, denen wir inhaltlich und freundlich verbunden sind und bleiben.

Ich werde auf Flassbeck-Economics mit Friederike Spiecker und einigen anderen Kollegen zusammen kritische Bestandsaufnahmen des wirtschaftlichen Geschehens in Deutschland, Europa und der Welt in deutsch und englisch vornehmen. Diese werden sich fundamental vom Mainstream unterscheiden, und zeigen, dass es eine rationale wissenschaftliche Basis der Volkswirtschaftslehre gibt und dass nur auf dieser Basis eine realistische und erfolg­ver­sprech­ende Wirtschaftspolitik möglich ist.

Die kritische ökonomische Theorie, auf die sich unsere Arbeiten beziehen, habe ich vor allem mit Friederike Spiecker in dem Buch "Das Ende der Massenarbeitslosigkeit", in meinem Bü ­chern "Die Marktwirtschaft des 21. Jahrhunderts" und "Zehn Mythen der Krise" sowie in viel­en Trade and Development Reports der UNCTAD in den vergangenen Jahren entwickelt. Im Mittel­punkt steht dabei ein völlig anders Verständnis der Finanzmärkte und der Störungen, die davon auf die Realwirtschaft ausgehen. Der Kern aber ist die Umkehrung der Verhält­nis­se am Arbeitsmarkt. Die größte Kalamität, die man sich für eine im schumpeterianischen Sinne funktionierende Marktwirtschaft ausdenken kann ist ein neoklassisch funktionierender Arbeits­markt. Nur wer hier mit äußerster Konsequenz die Dinge vom Kopf auf die Füße stellt, also Abschied nimmt von der Idee, ein niedriger oder nach unten flexibler Lohn sei notwendig zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, kann in unserem Sinne relevante Volkswirtschaftslehre betreiben.

Die Resonanz auf unsere bisherigen Arbeiten und Vorträge zeigt, dass es einen gewaltigen Bedarf an Aufklärung zu den Kernfragen der Wirtschaft gibt, weil viele denkende Menschen sich vollkommen zu Recht keinen Reim auf die herrschende neoklassische Ökonomik ma­chen können, sich ohne Anleitung aber auch nicht einfach in eine alternative Wirtschafts­lehre hineindenken können. Wir werden deshalb halbjährlich eine kritische Konjunktur­prognose ma­chen, um zu zeigen, dass es auch anders geht und wir werden auch das von den deut­schen Medien total unterbelichtete Feld der internationalen Entwicklung aus der Sicht des Auslandes regelmäßig in den Fokus nehmen.

Apropos Medien, nachdem die Financial Times Deutschland platt gemacht worden ist und die Frankfurter Rundschau vor dem Aus steht, gibt es bis auf einige kleine Nischen auch nicht einmal im Ansatz mehr den Versuch in den deutschsprachigen Medien, die Wirtschafts­politik zu hinterfragen und überkommene Dogmen wie die extreme Exportorientierung oder die Schuldenphobie in Frage zu stellen. In der Nachkriegsgeschichte gab es noch nie so viele Versuche der Verharmlosung, der Verschleierung und der offenen Manipulation. Ohne das Internet und Plattformen wie die Nachdenkseiten wäre die Meinungsfreiheit schon des­wegen massiv gefährdet, weil es ohne alternative Denkansätze auch keine freie Meinungs­bil­dung geben kann. Das bei den Politikern so beliebte TINA Prinzip (There Is No Alternative) ist grund­falsch, ja, es ist die indirekte Leugnung der menschlichen Fähigkeit zu kritischer Analyse und damit des zentralen Grundsteins von Demokratie und Rechsstaat.


Zu Flassbeck-Economics

Zu Flassbeck-Economics


NEU

Prognosen und andere Irrtümer


Die Jahreswende ist die Zeit, in der Ausblicke auf das vor uns liegende Jahr gegeben und gute Vorsätze gefasst werden, auf dass alles besser werde. Doch mit den guten Vorsätzen ist das so eine Sache. Wer etwas besser machen will, muss die in der Vergangenheit gemachten Fehler erst einmal erkennen, bevor er gegensteuern kann, von der Mühsal der Umsetzung vieler Vorsätze ganz abgesehen. Viel leichter ist das Leben für die, die sich die Fehlentwicklungen in der Vergangenheit gar nicht so genau anschauen und folglich auch keinen Anlass sehen, etwas zu ändern. ...


Zur aktuellen Diskussion zur Euro-Krise

Keine Rosen aus Athen


Ich war vergangene Woche eingeladen, in Athen mit griechischen Politikern und Experten die europäische und die griechische Lage zu diskutieren. Wie immer bei solchen Gelegenheiten, erfährt man weniger Neues über die Lage als solche, denn über die Gemütslage im Lande und die auch dort herrschenden Vorurteile. Die Neigung, die Ursachen für die Krise des Euro im eigenen Land zu verorten, ist in Athen genauso ausgeprägt wie in den anderen „betroffenen“ südeuropäischen Ländern einschließlich Frankreichs. ...

Weiteres zur aktuellen Diskussion zur Euro-Krise

INET Council on the Euro Zone Crisis


The European Monetary Union reaches a critical stage but politicians are still unable to find a way out.
Only a very few observers, and I should mention the FT`s Martin Wolf, have identified the economic policy model of Germany (the competition of nations) as the factor most responsible for the crisis. This is the object of the following discussion.
INET, the institute for new economic thinking has put together a group of economists, called the "Council on the Eurozone crisis"

Beiträge lesen


Der Exportjunkie hängt weiter an der Nadel


Euroland ist in der Rezession. Da hat sich der deutsche Sachverständigenrat (SVR) gedacht, es sei wohl besser, die Zahl, die Europas Misere am klarsten charakterisiert, erst gar nicht in seinem neuen Gutachten zu erwähnen. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß! In der Tat hat es der SVR geschafft, den mit 150 Milliarden Euro extrem und unvermindert hohen deutschen Leistungsbilanzüberschuss des Jahres 2012 einfach zu verschweigen. Auf den 390 Seiten des neuen Jahresgutachtens inklusive der Tabellen kommt diese Zahl nicht einmal vor. Immerhin erwähnt der Rat, dass das gesamte mickrige Wachstum dieses Jahres (0,8 Prozent) ausschließlich von diesem Überschuss generiert wird, denn der Beitrag der Inlandsnachfrage ist Null! Aber klar und deutlich zugeben, dass auch in diesem Jahr die Handelspartner Deutschlands neue Schulden von 150 Milliarden auftürmen (die sieche Eurozone davon immerhin etwa 60 Milliarden), weil Deutschland ohne die Exportdroge nicht über die Runden kommt, das ging ihm dann doch wohl zu weit....